Gefahr gebannt: Schnellere Heilung bei frühkindlicher Gelbsucht

Gefahr gebannt: Schnellere Heilung bei frühkindlicher Gelbsucht

Noch müssen Kinder mit frühkindlicher Gelbsucht im Inkubator behandelt werden. Durch den neuartigen "Bili Cocoon" wird der Heilungsprozess beschleunigt. Foto: Klinikum Westbrandenburg

Eine neuartige Decke hilft den Allerkleinsten

Dem kleinen Piet und seiner Mama Marlen geht es inzwischen ganz prima. Foto: sg

In diesem Jahr steht die Nähe zwischen den kleinen Patienten und ihren Eltern im Fokus unserer Spendenaktion. Denn für die Kleinen ist neben der medizinischen Betreuung auch der ständige Kontakt zu Mama und Papa entscheidend. "Kinder werden einfach schneller gesund, wenn sie die Nähe der Eltern spüren", betont Klinikchef Professor Thomas Erler. Das gilt bereits kurz nach der Geburt, deshalb setzt sich die Klinik dafür ein, dass auch Kinder mit schweren Erkrankungen in der Nähe ihrer Eltern bleiben können.

Ein solches Beispiel ist die frühkindliche Gelbsucht. In den meisten Fällen ist dieser Ikterus, der durch die Einlagerung von Bilirubin, eines Abbauprodukts des roten Blutfarbstoffs entsteht, vollkommen harmlos und verschwindet schnell wieder. Es gibt aber auch Kinder, bei denen sich eine außerordentlich hohe Konzentration von Bilirubin bildet, die dazu führt, dass besonders empfindliche Strukturen im kindlichen Gehirn dauerhaft geschädigt werden.

Neugeborene, bei denen ein stark erhöhter Bilirubinwert festgestellt wird, werden deshalb mit einer Lichttherapie behandelt. In Potsdam ist dies bislang nur im Brutkasten möglich. Das bedeutet, dass die Behandlung bei jedem Stillen oder Wickeln unterbrochen wird, weil die Kinder herausgenommen werden müssen. Zudem ist der gerade in den ersten Tagen so wichtige Körperkontakt zwischen Eltern und Kind unmöglich. Viel besser ist da eine neuartige Decke, der sogenannte "Bili Cocoon", in den das kranke Baby für die Therapie eingewickelt wird und dann ganz nah bei seiner Mutter bleiben kann.

Von der Gelbsucht betroffen war auch der kleine Piet. Wegen eines Herzfehlers kam er kurz nach der Geburt ins Klinikum Westbrandenburg. Dort stellte sich heraus, dass Piet eine außergewöhnlich hohe Konzentration von Bilirubin aufwies. Als einer der ersten in Potsdam konnte er von der neuen Technologie profitieren und mit einem Leihexemplar des Bili Cocoons behandelt werden, das der Klinik kurzfristig zur Verfügung stand. Und in den Armen seiner Mutter wurde der Kleine ganz schnell wieder gesund.Wenn Sie dazu beitragen möchten, dass auch andere Kinder diese Behandlung bekommen, helfen Sie mit einer Spende an Pro Kinder BB e.V. Weitere Informationen zur Spendenaktion gibt es auf www.die-region-hilft-helfen.de. sg

Die Region hilft helfen

Die Region hilft helfen

Professor Thomas Erler und Oberschwester Heidi Krüger setzen sich für das Wohl ihrer kleinen Patienten ein. Foto: Klinikum Westbrandenburg

Große Spendenaktion für die Kinderkardiologie

Potsdam. Die große Spendenaktion von BlickPunkt, PreußenSpiegel und BB-Radio geht in die dritte Saison. Auch in diesem Jahr wollen wir uns gemeinsam für die Kinderklinik "Klinikum Westbrandenburg" auf dem Campus des Klinikums Ernst-von-Bergmann in Potsdam stark machen. Unsere dritte Spendenaktion soll helfen, die Aufenthaltssituation von Kindern und ihren Eltern im Krankenhaus zu verbessern. Über den Verein Pro Kinder BB e.V. werden Geldspenden gesammelt, die die Klinik in drei Kernbereichen einsetzen möchte: beim Rooming-in, bei der Behandlung frühkindlicher Gelbsucht und auf der Frühchen-Station.

Ein Krankenhausaufenthalt ist für jedes Kind ein traumatisches Erlebnis und für die Eltern eine Zerreißprobe. Ein Kind versteht nicht, was mit ihm passiert. Streicheleinheiten und Fürsorge von Mama und Papa helfen, setzen aber voraus, dass im Krankenhaus auch Platz für die Eltern ist. Das weiß auch der Ärztliche Direktor des Klinikums Westbrandenburg, Professor Thomas Erler. "Wenn Kinder die Nähe ihrer Mutter oder ihres Vaters spüren, werden sie viel schneller gesund", sagt Erler. Optimal sei es, wenn Eltern und medizinisches Personal bei der Versorgung an einem Strang ziehen.Die Kinderklinik verfügt über jahrelange Erfahrung mit dem so genannten "Rooming-in".

Denn was kurz nach der Geburt fast überall praktiziert wird, soll auch älteren Kindern zugute kommen. Deshalb gibt es für Mütter und Väter die Möglichkeit, im Zimmer der kleinen Patienten zu übernachten. Dazu stellt die Klinik Liegen mit Bettzeug und sogar Vollverpflegung zur Verfügung. Doch die Liegen sind in die Jahre gekommen, die Bequemlichkeit ist dahin und es müssen dringend neue angeschafft werden. Das kostet Geld, das das Haus nicht hat. "Eigentlich müssten Kinderkliniken heute so geplant werden, dass von vorne herein Betten für Eltern im Patientenzimmer zur Verfügung stehen", betont Professor Erler.


Schnelle Heilung bei frühkindlicher Gelbsucht


Eine weitere Möglichkeit, Kinder nicht nur schneller zu heilen, sondern ebenfalls den direkten Kontakt zwischen Mutter und Kind zu fördern, ist der so genannte "Bili-Cocoon", eine Spezialdecke mit blauen Leuchtdioden, in die Kinder mit kurz nach der Geburt ausgebrochener, frühkindlicher Gelbsucht eingewickelt werden. Bislang erfolgt die Behandlung mit Blaulicht-Lampen im Brutkasten, muss aber jedes Mal unterbrochen werden, wenn das Baby gestillt oder gewickelt werden soll. Die Decke hingegen ermöglicht eine Rund-um-die-Uhr-Behandlung direkt im Zimmer der frisch entbundenen Mutter, da das Kind nicht mehr entnommen werden muss. Durch das blaue Licht wird das Bilirubin, ein Abbauprodukt im Blut des Kindes, reduziert und die Gelbsucht geheilt. Doch die Spezialdecken sind eine relativ neue Erfindung und noch sehr teuer. Von den Krankenkassen werden sie deshalb nicht finanziert.


NeoCam bringt Babys virtuell nach Hause


Hilfreich für junge Eltern sind auch so genannte NeoCams, die gern nach Frühgeburten eingesetzt werden, wenn ein Baby länger im Krankenhaus bleiben muss als seine Mutter. Dank der Kamera kann das Kind im Live-Stream auf dem heimischen Computer beobachtet werden. Auch weiter entfernt lebende Familienangehörige können davon profitieren, da die Bilder mit einem Passwort überall abrufbar sind. Die Kinderklinik hat bereits Erfahrungen mit vier NeoCams sammeln können, weitere sollen nun mithilfe von Spenden angeschafft werden, um noch mehr Familien diese Möglichkeit zu eröffnen. Die Bemühungen des Klinikums Westbrandenburg können Sie mit einer Spende unterstützen.  sg